beerdigen als begrava, jordfästa und gravlägga

Da das deutsche Verb beerdigen ein Überbegriff ist, das mehrere Bedeutungen annimmt, die Schweden in der Wortwahl jedoch etwas genauer sind, sollte man bei der Übersetzung von beerdigen zwischen begrava, jordfästa und gravlägga unterscheiden.
 
Das schwedische Verb begrava kommt dem deutschen begraben am nächsten, denn dies bedeutet insbesondere einen toten Menschen oder ein totes Tier zu begraben, in zweiter Linie jedoch auch irgend einen Gegenstand mit Erde, Schnee oder einem anderen Material zu bedecken, bewusst oder durch ein Unglücksgeschehen. Im übertragenen Sinne kann man auch einen Streit oder eine Idee, auch im politischen Sinne, begrava. Begrava ist allerdings ein sehr neutraler Ausdruck, der keinerlei Feierlichkeit einschließt.
 
Greift man im Schwedischen zum Begriff jordfästa, so geht beim Begraben auch die Kirchenfeier und/oder der Leichenschmaus ein, da jordfästa nur bei toten Menschen möglich ist und gewisse Zeremonien einschließt. Sprachhistorisch gesehen geht jordfästa bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück und bedeutete, dass ein Toter fest mit der Erde verbunden wird und dadurch eine Auferstehung als Mensch oder als Geist unmöglich gemacht wird.
 
Das schwedische Verb gravlägga findet man heute vor allem noch in älteren Schriften religiösen Texten oder Kunstbeschreibungen. Wird gravlägga im modernen Schwedisch verwendet, so kann man es nicht mit begraben übersetzen, sondern muss in der Regel zu bestatten und beisetzen greifen. Aus der schwedischen Umgangssprache ist gravlägga mittlerweile nahezu vollständig verschwunden und wird nur noch von älteren Personen benutzt.
 
 
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