Der Dichter als diktare, poet, lyriker und skald

Auch wenn man sich viele kaum Gedanken über die unterschiedliche Art der Dichtung machen, so kann man beim übersetzen eines Textes oder dem Lesen eines Buches sehr schnell feststellen, dass es im Schwedischen nicht nur den "diktare" gibt, sondern auch einen "poet", einen "skald" und einen "lyriker", die man im Grunde nicht verwechseln sollte.
 
Am einfachsten zu definieren ist der "lyriker", der im Deutschen meist zu Lyriker oder zur Lyrikerin wird, denn hierbei handelt es sich um Dichter, die Poesie schreiben, die für den Gesang gedacht ist. Die älteste bekannte Lyrik ist die chinesische Odena mit seinen 305 gesungenen Gedichten. Auch die meisten Volksweisen und die Hofpoesie, die gesungen vorgetragen wurde, wurden und werden von Lyrikern geschrieben.
 
Bei einem "skald" denkt man in erster Linie an den altnordischen Dichter, insbesondere an die Verfasser der isländischen Sagen. Allerdings wurde diese Art der erzählenden Dichtkunst in Schweden von einigen Skalden bis zum 20. Jahrhundert fortgesetzt. Man spricht in diesem Sinne auch von einigen Nationalskalden, wobei man sich im schwedischen Raum nicht einig ist, ob Esaias Tegnér oder Verner von Heidenstam als der letzte "nationalskald" des Landes betrachtet werden soll. Im Deutschen kann ein "skald" bisweilen auch als Barde übersetzt werden.
 
Bleibt also der Unterschied zwischen einem "diktare" und einem "poet". Der "poet" schreibt seine Poesie als Ausdrucksmöglichkeit, wobei im Vordergrund seine Gefühle stehen und weniger das kommerzielle Ziel. Poesie ist daher meist romantisch und wird für Liebhaber der Sprache und des Gefühls verlegt. Der "poet" sieht sich daher in einer Art Parallelwelt, die er durch "Poesie" anderen näher bringen will.
 
Ein "diktare" dagegen hat das Ziel verlegt zu werden und schreibt daher oft für eine bestimmte Schicht oder über eine gewisse gesellschaftliche Schicht. Der "diktare" "wartet", im Gegensatz zum "poet" nicht auf eine Eingebung, sondern es handelt sich hierbei um einen beruflichen Autor. In diesem Zusammenhang kann man vom "proletärdiktare" (Arbeiterdichter), dem "balladdiktare" (Balladendichter) oder auch dem "renässansdiktare" (Rennaissancedichter) sprechen.
 
 
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