Wann ist einsam im Schwedischen ensam, enslig, öde oder ödslig?

Der am häufigsten benutzte schwedische Begriff für einsam ist "ensam", denn dies bedeutet, dass eine Person einsam ist, weil ihr die menschliche Gesellschaft fehlt, die Person also alleine ist. Allerdings kann dieses Wort auch oft mit dem deutschen allein übersetzt werden, denn man kann "ensam" die Verantwortung tragen oder auch "ensam" über den Atlantik segeln oder den Sommer "ensam" im Sommerhaus verbringen. Das Zeichen von "ensam" ist jedoch immer die Abwesenheit anderer.
 
Das Wort "enslig" bezieht sich nicht auf eine Person, sondern eine Umgebung oder einen Umstand und bedeutet daher einsam im Sinne von abgelegen oder entlegen. Man kann daher sagen, dass ein Ferienhaus "enslig" liegt oder, im übertragenen Sinn, dass man das Abendessen ("middag") "enslig" zu sich nimmt.
 
Das Adjektiv "öde", das mit einem anderen Sinn auch als Substantiv existiert, wird angewandt um einsam im Sinne von öde, unbewohnt, menschenleer, leer oder auch verlassen auszudrücken. Im Extremfall kann man sagen, dass ein Ort, der "öde" ist, vermutlich nie von einem Menschen betreten wurde oder völlig verlassen in der Natur liegt. Man spricht daher von von einer "öde ö", wenn man sich völlig allein auf einer Insel befindet, man kann in "öde bergstrakter" wandern, also auf Gebirgswegen, die schon seit Ewigkeiten niemand mehr benutzte und man kann, mitten im Wald auf eine "ödekyrka" stossen, eine Kirche, die am verfallen ist und in der bereits Tiere und Pflanzen einzogen.
 
Benutzt man dagegen das Wort "ödslig", so meint man, dass der Ort oder das Gebäude einen verlassen, nahezu gespenstigen Eindruck macht, jedoch in keiner Weise verlassen ist, denn in Wirklichkeit kann es sich sogar um eine Sehenswürdigkeit handeln, die immer wieder besucht wird. Wichtig ist der Aspekt der Einsamkeit, wenn, zum Beispiel, eine Burg auf einer Anhöhe steht und fast schon bedrohend aussieht.
 
 
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