Die Fackel als bloss und als fackla

Wenn man vom deutschen Substantiv Fackel redet, so sieht jeder einen Holzstab vor sich, der am oberen Ende mit einem brennbaren Material versehen ist und nach dem Anzünden lange Zeit ein relativ helles Licht verbreitet, und im negativsten Fall denkt man an die Fackelzüge der Nazizeit, die in Geschichtsbüchern zu finden sind.
 
Im Schwedischen kann die Fackel nur in gewissen Fällen zur "fackla" werden, einem Wort, das aus dem Lateinischen kommt und seinen Weg über Deutschland nach Schweden fand. Im Schwedischen wird die Fackel nur dann als "fackla" bezeichnet, wenn sie im Freien verwendet wird und weniger zur Beleuchtung, sondern mehr in Form einer symbolischen oder einer (geschichtlich) rituellen Handlung benutzt wird. Auch wenn es in Schweden neutrale Fackelzüge ("fackeltåg") mit positivem Einschlag gibt, so werden viele von ihnen von extrem rechten Gruppen veranstaltet, die dann Gegengruppen zu einem Anti-Fackelzug herausfordern.
 
Für Fackeln, die früher in Gebäuden für Beleuchtungszwecke verwendet wurden, unter anderem in Burgen und Schlössern, heute aber auch bei keiner mittelalterlichen Veranstaltung fehlen dürfen und aus touristischen Gründen oft in Kellergängen oder mittelalterlichen Geheimgängen brennen, verwendet man das nordische Wort "bloss", dass aus dem altnordischen Wort "bhel" gebildet wurde und soviel wie scheinen oder strahlen bedeutet. In schriftlichen schwedischen Quellen wird "bloss" bereits über 100 Jahre vor dem Begriff "fackla" verwendet, damals allerdings auch noch für Fackeln, die im Freien verwendet werden, was heute nicht mehr der Fall ist. Auch die Wunderkerzen werden im Schwedischen als "bloss" bezeichnet, allerdings als "tomtebloss", die Fackeln des Weihnachtsmanns und der Haustrolle.
 
 
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