Die Flasche: Was ist der Unterschied zwischen flaska und butelj?

Auch wenn Schwedisch zu jenen Sprachen gehört, die für Deutsche als leicht zu lernen gelten, da sich viele Worte ähneln, so zeigt sich für den Sprachschüler sehr bald, dass gerade dies eine zusätzliche Schwierigkeit beim Erlernen er Sprache sein kann, denn sehr häufig findet man für ein deutsches Wort zwei schwedische Worte, die sehr unterschiedlich verwendet werden können.
 
Wenn man vom "flakong" (Flacon), den kleinen und meist geschliffenen Flaschen für Parfum absieht, so findet man im Schwedischen für den Begriff Flasche noch die beiden Begriffe "flaska" und "butelj", ersteres ein Wort, das aus dem Altgermanischen kommt und ursprünglich ein geflochtener Behälter war und zweiteres ein ursprünglich lateinisches Wort, das über das Französische nach Schweden kam und eigentlich eine Art Vase war in der Flüssigkeiten gelagert wurden.
 
"Flaska" wird heute im Schwedischen, zumindest umgangssprachlich, für jede Art von Flasche verwendet, egal welche Form sie hat, was sie beinhaltet und aus welchem Material sie hergestellt ist. Man liegt daher nie völlig daneben wenn man im Schwedischen bei üblichen Trinkbehältern grundsätzlich nur von "flaska" redet und zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass man das höhere Sprachniveau nicht erreicht hat und über ein begrenztes Vokabular verfügt.
 
Die "butelj" ist, im Gegensatz zur "flaska", grundsätzlich nur aus Glas und hat die typische Flaschenform für bestimmte, normalerweise alkoholische, Getränke. Etwas schwieriger ist es jedoch für einen Sprachschüler zu entscheiden, wann man von der "ölflaska" und einer "ölbutelj" spricht, wann es sich um eine "vinflaska" oder eine "vinbutelj" handelt und auch wann stärkere Getränke in einer "flaska" oder einer "butelj" verkauft werden, zumal hier nicht nur das Sprachniveau entscheidet.
 
In der älteren Literatur wird man sehr häufig das Wort "butelj" finden, da die französische Sprache, vor allem im 20. Jahrhundert, als edle Sprache galt und damals nur der Landwirt und der Arbeiter von einer "flaska" redeten, also Personen mit begrenztem Sprachvorrat, die auch nur in den seltensten Fällen literarisch aktiv wurden. Zudem waren um diese Zeit Flaschen fast ausschließlich aus Glas und nicht auch aus Keramik, Aluminium oder Plastik.
 
Heute wird der Begriff "butelj" dann verwendet, wenn es sich um eine besondere Flasche handelt, sei vom Aussehen, sei vom Inhalt her. Ein Tafelwein wird daher kaum in einer butelj zu finden ein und ein "Château Margaux" wird kaum in einer "flaska" verkauft. Spricht man wiederum von einer "ölbutelj", so meint man im Schwedischen heute von einer Bier-Glasflasche für Sammler oder eine sehr exklusive Biersorte, die noch in Glasflaschen verkauft wird.
 
 
Wichtiger Hinweis:
 
Das aktuelle Lehrwerk, das eine Mischung aus Wörterbuch, Landeskunde und Stillehre für Neulinge der schwedischen Sprache darstellt, wird permanent erweitert und verbessert. Wir sind daher für Anregungen offen und sind auch bereit von unseren Lesern gewünschte Worte mit aufzunehmen und zu erklären. Jede Anregung ist uns willkommen.
 
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