Der Gutshof als gods, herrgård, sätesgård und säteri

Der Gutshof ist im Deutschen alles zwischen einem etwas größeren Bauernhof bis zu einem herrschaftlichen Gut mit zahlreichen Gebäuden und ausgedehnten Ländereien. Im Schwedischen unterscheidet man hierbei zwischen "gods", "herrgård", "sätesgård" und "säteri".
 
Wann man im Schwedischen die Begriffe "gods", "herrgård", "sätesgård" und "säteri" anwendet, hängt gewissermaßen von der Epoche über die man schreibt ab, aber auch der Geschichte der Gebäude, da sich alle vier Worte während der letzten 300 Jahre vom Inhalt her stark veränderten.
 
Während man heute jedes Gut, das über mehrere Gebäude verfügt in seiner Gesamtheit als "gods" bezeichnet und das zentrale Hauptgebäude "herrgård" nennt, so war der "herrgård" ursprünglich das Landgut eines Adeligen, der nicht unbedingt an der Landwirtschaft interessiert war und die Ländereien bisweilen auch verpachtete. Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Hauptgebäude in der Regel aus Stein gebaut und konnten selbst einem Schloss ähneln. Im 18. Jahrhundert legten sich immer mehr Fabrikbesitzer, die ab dieser Zeit ebenfalls "Herren" genannt wurden, und andere wohlhabende Personen einen "herrgård" an, der oft von englischen Parkanlagen umgeben waren. Ab dem 19. Jahrhundert verschwand der Baustil der "herrgårdar" mehr und mehr und größere Villen wurden fälschlicherweise ebenfalls als "herrgårdar" bezeichnet, ohne jedoch dem Baustil der "herrgårdar" zu folgen. Zu beachten ist auch dass ein "gods" nie ein Gebäude allein sein kann, der "herrgård" dagegen das gesamte Gut, oder auch nur das Haupthaus bezeichnen kann.
 
Adelige, die ab dem Mittelalter einen Gutshof verliehen bekamen und auf Grund ihrer Verdienste für den König keine Steuern bezahlen mussten, nannten ihren "herrgård" "säteri" und die gesamten Ländereien mit den Gebäuden "sätesgård". Für diese Güter galten sehr strikte Regeln und selbst die Architektur war vom König festgelegt. Erst mit Abschaffung der Steuerfreiheit im Jahre 1810 gingen sehr viele "sätesgårdar" an Personen über, die Geld hatten, jedoch keinem Adelsgeschlecht angehörten. Heute wird das Wort "säteri" vor allem verwendet um die Architektur der Gebäude hervorzuheben, denn im Sinne des ursprünglichen Wortes gibt es heute keine "säteri" und keinen "sätesgård" mehr.
 
 
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