Die Knechtschaft wird zu träldom und slaveri

Die Knechtschaft ist in der deutschen Sprache ein Leben in Unfreiheit, also entweder als Unterdrückter oder als Gefangener. In der schwedischen Sprache findet man hierfür zwei Begriffe, nämlich träldom und "slaveri.
 
Ein träl ist im älteren Schwedisch eine Person, die nicht über sich selbst bestimmen kann, also in einem Abhänigkeitsverhältnis lebt und arbeitet. Entsprechend ist das träldom die vollständige Abhängigkeit ohne jede persönliche Freiheit, auch wenn der träl nicht zwangsweise das Eigentum einer anderen Person ist.
 
Das träldom kann in Schweden bis zurück zur Zeit der Wikinger verfolgt werden, denn alle Gefangene und Armen der Wikinger wurden unfrei und hatten daher die ihnen aufgetragenen Arbeiten und Aufgaben zu erfüllen. Auch im Mittelalter, als viele Landwirte die Güter Adeliger bewirtschaften mussten und lediglich Anteile der Ernte erhielten, lebten diese im träldom, also der Knechtschaft.
 
Im modernen Schwedisch wird der Begriff träldom auch im übertragenen Sinn benutzt, vor allem wenn jemand psychisch oder finanziell von jemandem abhängig ist und daher zu bestimmten Leistungen gezwungen ist, oder sich freiwillig unterwirft.
 
Die slaveri, eine Ableitung des deutschen Wortes Sklaverei, wurde im älteren Schwedisch vor allem mit der Sklaverei der Vereinigten Staaten verbunden und bezeichnet nicht nur die Unterwerfung, sondern der slav (Sklave) war Eigentum des Besitzers, was beim träl nicht grundsätzlich der Fall war. Auch wenn das Substantiv slaveri fast ausschließlich im historischen Zusammenhang benutzt wird, so findet man im modernen Schwedisch noch den Begriff slavdrivare, den Sklaventreiber, ein Wort, das einen harten Vorgesetzten beschreibt.
 
 
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