Markttag: Der Unterschied zwischen marknadsdag und torgdag

Auch wenn heute die beiden Worte "marknadsdag" und "torgdag" bisweilen als Synonyme betrachtet werden, so bezeichnen sie sehr unterschiedliche Markttage, was insbesondere historisch zu sehen ist.
 
Der "torgdag" bezieht sich auf den wöchentlichen Markttag eines Ortes, der an Orten mit Marktrecht abgehalten wird. Auf diesen Märkten sollen insbesondere regionale Produkte angeboten werden, was darauf zurückgeht, dass früher an diesem Tag die Landwirte der Umgebung, teilweise auch Handwerker, in der Stadt ihre Ware, die sonst sehr schwer zu erwerben war, auf dem sogenannten Marktplatz ("torg") anbieten durften. Noch heute ist dieser "torghandel" (Markthandel) in vielen Städten Schwedens eine Attraktion. Meist ist der "torgdag" (Markttag) der Samstag jeder Woche, auch wenn dies keine festgesetzte Regel ist und auch Ausnahmen vorkommen.
 
Der "marknadsdag" ist wiederum mit einem "marknad" (Jahrmarkt) verbunden, der in größeren Orten ein- bis zweimal pro Jahr abgehalten wird und mehr oder weniger ein Volksfest ist, das sich oft auf zwei bis drei Tage erstreckt. Das Marktangebot ist hier sehr ausgedehnt, denn hier findet man jede Art von Produkten, die auch in völlig anderen Regionen des Landes hergestellt werden können. Einige dieser "marknadsdagar" Schwedens sind so bekannt, dass diese Märkte auch Touristen anziehen, die dafür beträchtliche Strecken zurücklegen. Diese "marknadsdagar" gehen in Schweden bis aufs Mittelalter zurück, als reisende Händler mit ihren Waren in entlegene Teile des Landes kamen und auf diese Weise garantierten, dass man sich auch dort Handwerksgeräte, Waffen und Kleidung kaufen konnte, die während des Jahres nicht angeboten wurden. Der "marknadsdag" war ab dieser Zeit auch mit dem Plichtkirchgang verbunden, was erklärt, warum in diesen Orten auch die sogenannten Kirchdörfer (kyrkbyar) oder Kirchstädte (kyrkstäder) entstanden.
 
Mehr über schwedische Kirchstädte: "Kyrkby", "kyrkstad" und "lappstad"
 
 
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