niedlich wird zu söt, gullig, rar und näpen

Das deutsche Adjektiv niedlich ist im Grunde ein Überbegriff, der alles zwischen apart, charmant, herzig, hübsch und nett aussagen kann, um nur einige der möglichen Synonyme zu nennen. Im Schwedischen sollte man bei der Übersetzung von niedlich auf jeden Fall zwischen söt, gullig, rar und näpen unterscheiden.
 
Söt bezieht sich im Schwedischen natürlich in erster Linie auf den Geschmack und bedeutet daher süß. Erst im übertragenen Sinn wird söt auch zu niedlich, wobei man damit ausdrücken will dass ein Kind, eine junge Frau, eine Puppe oder auch ein Tier sehr angenehm und zusagend aussieht. Söt ist in diesem Fall also das Gegenteil von ful (hässlich).
 
Gullig (goldig) bezieht sich weniger auf das tatsächliche Aussehen als vielmehr die Art, das Benehmen und das Verhalten. Gullig wird vor allem bei Kindern und jungen Tieren verwendet, wenn sie, zum Beispiel, sehr verspielt sind, nett gekleidet wurden, oder einfach ihr gesamtes Verhalten niedlich ist.
 
Rar geht im Schwedischen in die Richtung nett, entzückend, freundlich und lieb und drückt im Sinne von niedlich vor allem ein sehr angenehmes Wesen aus, hat jedoch mit dem Aussehen absolut nichts zu tun. Im übertragenen Sinne kann auch das kleine Ferienhäuschen am See rar sein, also klein und gemütlich. Bei Pflanzen kann man rar auch benutzen um auszudrücken dass gewisse Pflanzen sehr selten (rar) sind. Lediglich im Värmland sollte man vermeiden das Wort rar im Sinne von niedlich zu benutzen, denn in dieser Region versteht man unter rar eher merkwürdig, eigenartig und seltsam.
 
Näpen wird vor allem benutzt wenn man kleine Kinder als süß oder niedlich bezeichnet. Näpen kann man als Synonym für den Ausdruck liten och nätt (klein und hübsch) sehen. Ironisch wird näpen bisweilen verwendet um eine gigantische Größe auszudrücken, zum Beispiel bei einer näpen liten skuld, wenn man also beträchtliche Schulden hat.
 
 
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