Der Räuber als rånare und rövare

Das deutsche Substantiv Räuber wird in der modernen Sprache meist vom Begriff Dieb ersetzt und kommt daher mehr in Geschichtsbüchern und Sagen vor, wird jedoch in der Umgangssprache teilweise auch für einen Dieb verwendet und kommt noch in zahlreichen zusammengesetzten Worten vor. Im Schwedischen macht man bei der übersetzung des Räubers einen Unterschied zwischen "rånare" und "rövare".
 
Der "rånare" ist im Schwedischen meist der Dieb, also eine Person, die einen Raub oder einen Raubüberfall begeht, und dies als seine Haupterwerbsquelle. Als einzelstehendes Wort ist "rånare" daher nahezu eine Berufsbezeichnung. Bei zusammengesetzten Worten kann es sich hingegen auch um Einzeltaten handeln. Man spricht daher auch von einem "bankrånare" (Bankräuber), einem "tågrånare" (Eisenbahnräuber) und auch von einem "rånmord" (Raubmord), denn "rånare" ist eine Ableitung von "rån" (Raub).
 
Beim "rövare" handelt es sich ebenfalls um einen Dieb oder Räuber, aber mehr im Sinne eines Plünderers oder in historischem Zusammenhang. In diesem Zusammenhang spricht man, zum Beispiel, von einem "sjörövare" (Seeräuber, Pirat), einem "rövarroman" (Räuberroman) oder einer "rövarhistoria" (Räubergeschichte).
 
Das schwedische Substantiv "rövare" kommt allerdings auch noch in der Idiomatik der Umgangssprache vor, den "dra en rövare" bedeutet zu schwindeln oder zu lügen und "ta en rövare" bedeutet einen frechen Versuch zu unternehmen, also zum Beispiel den Preis einer Ware herunterzuhandeln und dadurch ein echt gutes Geschäft zu machen.
 
 
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