Ist der deutsche Tag ein dag oder ein dygn?

In Schweden macht man einen deutlichen Unterschied zwischen dem gesamten Tag von 24 Stunden und dem Tag, der (im Grunde) nur die helle Phase umfasst. Dies erklärt auch, warum man zwischen "dygn", dem 24-Stunden-Taga und "dag", deutlich unterscheiden muss.
 
Während allerdings früher der "dag" tatsächlich nur die helle Phase umfasste, versteht man heute die "aktive Tageszeit" bei der die Grenzen ziemlich verschwimmen, denn die aktive Wachphase unterscheidet sich bei nahezu jeder Person und schließt, zumindest im Winter, einen Teil der Nacht ein. Nachtarbeiter schlafen natürlich am "dag" und arbeiten während der "natt", was bei logischem Denken bedeuten würde, dass "dygn" von einer Mitternacht bis zur nächsten Mitternacht führt und "dag" und "natt" jeweils über zwölf Stunden verfügen sollen, zumindest in der modernen Zeit.
 
Problematisch wird dies allerdings bei zusammengesetzten Worten, denn "dygn" dient sehr selten der Schaffung von zusammengesetzten Worten und "dygnsparkering" ist eine der Ausnahmen, die aussagt, dass hier 24 Stunden lang geparkt werden darf, aber normalerweise eben nicht länger. Bei diesem Begriff wird das Wort "dyng" allerdings meisten als Zeitraum verstanden.
 
Bei zusammengesetzten Worten wie "dagbok" (Tagebuch) oder "dagblad" (Tageszeitung) greift man zum Wort "dag". Die Erklärung ist natürlich, dass man nur am „dag“ eine Eintragung im Tagebuch macht und die "dagstidning" (Tageszeitung) eben nur im Hellen liest, denn man darf nicht vergessen, dass die meisten zusammengesetzten Worte zu einer Zeit entstanden als es keine Elektrizität gab und das schwedische Wort "dag" noch die ursprüngliche Bedeutung hatte.
 
 
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