Wenn tapfer zu tapper, modig und duktig wird

Auch wenn die beiden Worte "tapper" und "modig" den beiden deutschen Worten tapfer und mutig nahe kommen, so ist der gefühlte Wortinhalt im Deutschen und im Schwedischen nicht ganz identisch. Das Wort "duktig" drückt dann zusätzlich eine Tapferkeit aus, die man im Deutschen nicht in dieser Art findet.
 
Das Wort "tapper" kommt ursprünglich aus dem Deutschen und hatte bis zum 19. Jahrhundert auch die gleiche Bedeutung wie tapfer. Im modernen Schwedisch wird dieses Wort verwendet, wenn es sich um einen enormen Mut handelt, also keine Angst hat und auch die Folgen nicht scheut. Daher wird dieses Wort vor allem in Kampfsituation verwendet. Aus diesem Grund spricht man auch von einem "tapper soldat", also einem tapferen Soldaten. Im übertragenen Sinn, nicht zuletzt dank der Literatur des 19. Jahrhunderts, findet man auch den Ausdruck eines "tappert festande", was die ausschweifende Teilnahme an einem (meist feuchten) Fest ausdrückt.
 
Der Begriff "modig" gehört mehr in den Alltag und drückt daher mehr einen Mut als eine Tapferkeit aus, denn während man bei "tapper" keine Angst kennt, wird bei "modig" eine eventuelle Angst überwunden. Man kann also "modig" sein wenn man einen eigenen Fehler eingesteht, für die Rechte anderer eintritt oder für eine Ideologie kämpft.
 
Nun bleibt das typisch schwedische Wort "duktig", das meist mit tüchtig, oder auch kompetent, übersetzt werden kann, jedoch im Schwedischen sehr verschiedene Nuancen annehmen kann, denn es wird auch als eine Art Steigerungsform benutzt, denn man kann auch "duktigt trött" (wirklich sehr müde) sein und ein "duktig pojke" kann sowohl ein tüchtiger als auch ein tapferer Junge sein, eine Aussage, die man meist nur dem Zusammenhang entnehmen kann.
 
 
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