Wann ist das Tauwetter töväder und wann wird es zu islossning?

Auch wenn in deutsch-schwedischen Wörterbüchern das Tauwetter sowohl als "töväder" als auch als "islossning" übersetzt wird, so besteht im Schwedischen dabei ein großer Unterschied, denn während das "töväder" mehrmals im Laufe des Jahres einsetzen kann, so kommt es immer nur einmal zum "islossning".
 
Das "töväder" bezeichnet jede Temperatur im Winter, die über Null Grad steigt und dabei zum Schmelzen von Eis oder Schnee führt, temporär oder dauerhaft. Das Tauwetter betrifft immer größere Gegenden und führt auf Straßen meist zu Matsch und macht das Eis auf Seen und Flüssen unsicherer. Meist wird das "töväder" auch als Vorbote für den baldigen Frühling gewertet, auch wenn dies nur rein gefühlsmäßig der Fall ist.
 
Ein "islossningv" findet nur einmal im Jahr statt, erstreckt sich auf die kältesten Teile Schwedens und betrifft ausschließlich fließende Gewässer. Natürlich ist für ein "islossning" auch "töväder" notwendig, aber der Begriff wird nur dann benutzt, wenn das Eis auf den Flüssen, auf Grund der Wärme, der Schneeschmelze und dem steigenden Wasserspiegel, zu brechen beginnt. "Islossning" ist daher sowohl ein optisches Phänomen, mehr jedoch noch ein akustisches, da brechendes Eis besondere Geräusche verursacht.
 
Sicher kann man im Deutschen "islossning" auch mit Eisschmelze übersetzen, aber dies drückt dieses Phänomen nur unvollständig aus, denn "islossning" ist nicht nur schmelzendes Eis, sondern das Entstehen der Risse, das Reiben der Eisschollen und die Geräusche des Wassers um diese Zeit. Während das Tauwetter nur ein sehr zweifelhafter Frühlingsbote ist, ist "islossningen" ein deutliches Zeichen, dass man vom Winter Abschied nimmt.
 
 
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