Wann spricht man bei Zensur von censur, von granskning oder von betyg?

Wenn man in deutsch-schwedischen Wörterbüchern das Substantiv Zensur mit den schwedischen Begriffen "censur", "granskning" und "betyg" übersetzt, so ist dies zwar korrekt, obwohl die Mehrheit der Deutschen kaum auf die Idee kommen unter Zensur etwas anderes zu verstehen als die schwedische "censur", denn auch die deutschen Zweitbedeutungen werden immer seltener und existieren mit Sicherheit nicht mehr in der modernen Umgangssprache. Dennoch ist es sinnvoll die Unterschiede der schwedischen Worte zu kennen sobald man die Umgangssprache verlässt.
 
Die "censur" wird entweder vom Staat oder einem Vorgesetzten ausgeführt und soll verhindern, dass bestimmte Kenntnisse, Ereignisse oder anderes allgemein bekannt wird oder auf eine gewisse Weise bekannt gemacht wird. "Censur" ist also die Kontrolle des Informationsflusses, die in einer Demokratie teilweise innerhalb der Presse, in der Religion, in Unternehmen oder bei Filmen auf „freiwilliger“ Basis existiert, in einer Diktatur jedoch immer vom Staat ausgeübt wird.
 
Der schwedische Begriff "granskning" ist mehr die überprüfung von Fakten, die Untersuchung von Behauptungen oder Handlungen und daher nur im übertragenen Sinne eine Zensur, da das Ziel des "granskning" ist Falschaussagen, Missstände oder ähnliches aufzudecken. Die Zensur ist daher bei "granskning" eine nachträgliche Handlung. Im Deutschen spricht man in diesem Fall daher von der Nachzensur, die vor allem in Demokratien häufig angewandt wird.
 
"Betyg" ist schließlich die Leistungsbeurteilung in der Schule , beziehungsweise auch die Schulnote. Das aus dem Lateinisch kommende Wort Zensur für die Schulnoten ersetzte früher bei der sogenannten höheren Bildung die Worte Note oder Schulnote, ist heute jedoch überwiegend in der älteren Literatur zu finden.
 
 
Wichtiger Hinweis:
 
Das aktuelle Lehrwerk, das eine Mischung aus Wörterbuch, Landeskunde und Stillehre für Neulinge der schwedischen Sprache darstellt, wird permanent erweitert und verbessert. Wir sind daher für Anregungen offen und sind auch bereit von unseren Lesern gewünschte Worte mit aufzunehmen und zu erklären. Jede Anregung ist uns willkommen.
 
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